Ein Auge fürs Design – die Optiker von Morela okulisti öffnen ihre Türen

Posted by on May 14, 2018 in Uncategorized | No Comments

Nicht weit entfernt von den graziösen Berglandschaft der unteren Steiermark, inmitten hügeliger Weinberge, umgeben von grünen, dichten Wäldern, blauen Flüssen und tiefen Tälern, deren Schönheit das Auge an jeder Ecke zum Erfreuen bringt – dort liegt die Stadt Maribor, oder auch Marburg an der Drau genannt. Die mittelalterliche Stadt im nord-osten Sloweniens, die unter Weinliebhabern meistens für die „Alte Rebe“ – der ältesten Rebe weltweit – bekannt ist, lockt mit seinem Charme die verschiedensten Menschen zu sich. So auch das Team von Otto von Berlin, die einem ganz besonderen Ruf zurück in die Heimat gefolgt sind. Ein Optiker der ganz besonderen Sorte: Morela okulisti.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Es gab eine Zeit, wo Slowenien in Europa für sein unverkennbares Design angepriesen wurde. Jeder Architekturliebhaber kennt die Meisterwerke des Joze Plecnik, dessen Bauwerke zukünftige Generationen prägen und inspirieren würden, in seine Fußstapfen zu treten. So auch Gregor Drobnic, 40 aus Vojnik, einer kleinen Stadt zwischen Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens und Maribor, der Kulturhauptstadt Europas aus dem Jahre 2012. Vor sechs Jahren zog es den slowenischen Innenarchitekten nach Berlin, um seinen Traum nachzugehen, unverwechselbare Räume zu kreieren – in einer Stadt voller kreativen Potenzials.

Nachdem er in 2014 sein Interior Design Start-up Otto von Berlin gründete, ließen kleine Erfolge nicht lange auf sich warten. Drobnic etablierte sich vom King of Coffee Shop, zum King of Retail und designte Concept-Stores für Karl Lagerfeld und Bäumler und gab auch renommierten Firmen wie der BVG und Secret Escapes ein neues Gesicht. Die idealen Voraussetzungen, um eine solche Marke wie Morela okulisti perfekt zu inszenieren.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Den Durchblick behalten – ein Brillenladen in Jägergrün und Messing

Ein Blick durch das neue Schaufenster des Brillenladens Morela okulisti zeigt die Vielfalt des Brillenangebots, die in allen erdenklichen Ausführungen zu finden sind. Hier verhelfen Fassungen aus Titan, Holz oder anderen Metallen und Kunststoffen zum modischen Durchblick. Doch neben einer Bandbreite an Designer-Brillen schmückt sich Morela vor allem mit einer Expertise: die einer Augenklinik. Also suchten Morela okulisti zusammen mit der Kreativagentur Renderspace nach einem Innenarchitekten, der ihre Vision eines „High-Class-All-in-One“ Optikers realisieren könnten – und stoßen so auf die Innenarchitekten von Otto von Berlin.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Im ersten Stock des Europark Shopping Centers in Maribor, befindet sich der 133m2 große Brillenladen, dessen Reise Ende September 2017 mit einem ersten Entwurf Gregor Drobnics begann. Die Herausforderung für das Team von Otto von Berlin bestand darin, jeden Quadratmeter des Raumes optimal zu verwenden – denn es musste Platz für 2.000 Brillengestelle, einen Teilbereich für die Augenklinik, einen Wartebereich, Stauraum, Mitarbeiterbereich und Fläche für Visual Merchandise geschaffen werden. Eine ideale Nutzung der Funktionalität des Raumes war also unabdingbar. Seine ersten Inspirationen modernes Retail-Designs holte sich Drobnic bei Ace&Tate und Mykita – monochromes Interior Design, unterteilt in Blöcke, die wie große Farbkleckse den Raum verzieren.

Doch bei der Konzeptualisierung des Designs fiel dem Team von Otto von Berlin ein weiteres Merkmal auf, das als Grundidee durch den ganzen Raum transponiert werden sollte. Durch die Platzierung des gläsernen Kubus an der Rundung des Raumes, wurde eine Iris kreiert – die Spiegelungen der verschiedenen Gläser erzeugten somit ein interessantes Schauspiel, das sämtliche Besucher des Europarks sofort in den Bann zog und zum Eintreten animierte.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Der Brillenladen von Morela okulisti bietet viele verschiedene Highlights und besticht mit seinem monochromen Design. Bei den Materialien wurde neben Qualität vor allem auch auf Herkunft geachtet. Da die Tradition slowenischen Handwerks und der Innenarchitektur in diesen Raum gelebt werden sollte, verließ sich das Team auf regionale Dienstleister: Forbo Linoleum Bodenbeläge, Deckenfarbe in einem pudrigen Rose aus und feine Messingelemente. Nur bei der Wandtapete ist man auf Kunst aus Belgien ausgewichen und hat eine Fischgrätentapete in „Jägergrün“ von Arte importiert.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Weitere Farbakzente wurden clever ausgewählt, um die Hauptfarbe „puderiges Rose“ zu untermalen. So wurde eine burgundrote Samt-Couch von Made in den Wartebereich implementiert, während zwei senfgelbe Sessel – ebenfalls aus Samt – den Eingangsbereich schmücken. Neben den Samt-Sesseln wurden Beistelltische von Tom Dixon implementiert. Ein grauer Teppich von Hey rundet den Eingangsbereich ab. Auch an den Komfort für die Mitarbeiter wurde gedacht, die im Mitarbeiterbereich auf den Barstühlen von Norman Copenhagen Platz finden.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Die Ausstellungsfläche besticht durch die interessante Formensprache: elegantes Messing, mit seinem güldenen Schimmer, kombiniert mit Fischgrätentapete in Jägergrün und einem warmen Eichenholz, dessen Bodenmuster ebenfalls an das die Fischgräten der Tapete anknüpft, hypnotisieren beim Eintreten des Raumes.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Der Flagshipstore in Maribor zeigt, wie eng das Thema Brillen und Optikerfachgeschäfte verbunden ist mit technologischen Neuerungen, die auf Raumgliederung und Storedesign Einfluss nehmen. Wohin gegen die meisten Brillenläden dazu neigen, ihr technisches Equipment – oder im Fall von Morela ihre Augenklinik – im Hinterzimmer zu verstecken, inszeniert Otto von Berlin ihre diagnostische und handwerkliche Kompetenz auf der Verkaufsfläche und macht es so zum Alleinstellungsmerkmal.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Das innovative Ladenformat, zeigt was geht. Bei Morela okulisti sind die Messräume mit den diagnostischen Gerätschaften prominent in einem Glaskubus für Kunden sicht- und beobachtbar platziert. Trotz der Transparenz fühlen sich die Kunden während des Beratungsgesprächs geschützt im Raum. So erhält sich Morela den fast schon verloren gegangenen Manufaktur-Charme der achtziger Jahre.

„Ich liebe Lininen und vor allem Perspektiven. Deswegen haben wir bei der Durchführung von Morela vor allem auf die akribische Transportierung von Linien geachtet. Fast alles ist mit zwei Punkten die eine Linie ergeben verbunden. Der gläserne Kubus ist auf der gleichen Höhe wie die Brillen-Displays, die Schubladen sind auf einer Höhe mit den Tischen und so weiter.“, sagt Gregor Drobnic.

Otto von Berlin Architekt Optiker Interior Design

Otto von Berlin Architekt – Morela Okulisti d.o.o.

Neben den Linien war Drobnic ebenfalls das Visual Merchandise sehr wichtig. Nach einem langen harten Winter wurde ein Naturthema für die Produktplatzierung ausgewählt, die den Besucher mit dem saftigen, satten Grün begrüßt, den die Landschaft rund um Maribor in allen Variationen bietet.

Den finalen Touch erhält Morela durch seine neue Corporate Identity, die mithilfe der Kreativagentur Renderspace erschaffen wurde. Nicht nur das Logo erhielt einen neuen Glanz, auch bei der Farbwahl wurde akribisch darauf geachtet, dass verschiedene Elemente des Unternehmenskonzepts widergespiegelt.

Und so endet diese kleine Reise in die untere Steiermark fürs Erste. Das Team von Otto von Berlin hat sich zurück in die neue Wahlheimat in Neukölln zurückgezogen, um an den nächsten Konzepten zu arbeiten – und träumt solange weiter vom Grün der Weinberge Maribors.

Credits:

Text: Aleksandar Kovacevic – Talk To Aleks

Fotos: Miran Kambic

Design + Execution: Otto von Berlin

Creative Direction: Renderspace

Client: Morela okulisti

Lights: Svetlarna